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Nebenberuflich selbstständig machen

Jeden Tag geht es zur Vollzeitstelle, aber das Geld reicht hinten und vorne nicht. Das könnte ein Grund sein, sich noch einen Nebenjob zu suchen oder sich sogar nebenbei selbstständig zu machen. Bei mir waren es mehrere Gründe, in die Selbstständigkeit zu gehen. Zum einen die Freizeitgestaltung und zum anderen, die „Ich will keinen Chef“ Einstellung.

EntschlussKündigungSelbstständig

nebenberuflich selbstständig So schnell muss es aber nicht bei jedem gehen. Es gibt heutzutage die Chance sich nebenbei die Selbstständigkeit aufzubauen und dann gegebenenfalls erst seinen Haupt-Job aufzugeben.

 

Gründe sich nebenberuflich selbstständig zu machen

Mal so eben geht weder eine hauptberufliche Selbstständigkeit, noch eine nebenberufliche, das sollte euch klar sein. Es ist sogar noch schwieriger, sich neben Haupt-Job, Familie und Hobbys, etwas aufzubauen. Dennoch gibt es auch einige gute Gründe dafür.

Geld, Unabhängig und Zukunft

Ein Grund, ist natürlich das liebe Geld. Doch ohne die richtige Geschäftsidee, wird auch die nebenberufliche Selbstständigkeit nichts. Um sich ein paar Euro dazu zu verdienen, könnte man aber auch einen Minijob an der Tankstelle oder im Discounter annehmen. Ob der Verdienst dann die Erwartungen erreicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Auch als nebenberuflicher Selbstständiger wird es nicht von heute auf morgen mit dem Geld verdienen losgehen, denn es sind bestimmt Anfangs mehr Unkosten, als die Selbstständigkeit einbringt. Trotzdem sind die Verdienstaussichten, bei einer durchdachten Idee, sicherlich höher.

Nicht mit dem Entschluss, sich nebenbei eine Existenz aufzubauen beginnt das Geld verdienen, sondern erst Monate später. Bei manchen klappt es auch nie und die nebenberufliche Tätigkeit muss wieder aufgegeben werden.

Fazit: Wer unbedingt Geld verdienen muss, sollte sich einen Minijob zulegen oder nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Für Leute die in ihrem Haupt-Job genug verdienen, um ihre Existenz zu sichern, könnte es eine weitere Einnahmequelle werden.

Nebenberufliche SelbstständigkeitUnabhängig, wer ist das nicht gerne. Ohne Chef zu arbeiten bzw. der eigene Chef zu sein. Für viele ein (Alb)Traum. Nicht jeder kann selber sein eigener Chef sein und hat eine Gründerpersönlichkeit. Hört sich merkwürdig an, aber ich kenne Menschen, die ohne Anweisungen, in der Arbeitswelt komplett verloren wären.

Wer es sich dennoch zutraut, die Selbstständigkeit neben den Job aufzubauen, wird erkennen, dass man sich eine gewisse Unabhängigkeit schafft. Sei es finanziell oder beruflich. Wenn der Haupt-Job gekündigt wird und erst wieder die Suche nach einer neuen Stelle losgeht, kann so sogar der Weg in die hauptberufliche Selbstständigkeit eine Lösung sein. Gerade ältere Menschen, ach was schreib ich, Menschen um die 45 Jahre, werden von manchen Firmen nicht mehr genommen, da sie anscheinend zu “alt” sind.

Diese Leute könnten dann aber auf ihre nebenberufliche Selbstständigkeit blicken und sich überlegen ob das eine neue berufliche Perspektive für sie ist.

Fazit: Eine nebenberufliche Selbstständigkeit, kann einem vom Arbeitsmarkt und eventuell auch finanziell unabhängig machen. Dabei ist es wichtig, der eigene Chef zu sein.

Noch ein wichtiger Grund ist die Zukunft. Niemand weiß wie sich das Blatt im Leben wendet. Ich habe schon den Verlust der Arbeitsstelle angesprochen, aber es gibt sicher noch mehr, was verloren gehen kann. Ganz oben sehe ich da die Gesundheit. So ein zweites Standbein, kann bei einer längeren Krankheit, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, die neue Zukunft sein.

Jeder einzelne der mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit liebäugelt, sollte seine eigenen Gründe, ich nenne es Antriebe, selber finden. Da ich nicht nebenberuflich gestartet bin, sondern gleich ins kalte Geschäftswasser rein gesprungen bin, gab es nur einen wichtigen Grund: Unabhängigkeit…

Start in die nebenberufliche Selbstständigkeit

Was müsst ihr beachten, wo müsst ihr euch melden und so weiter. Denn es ist ein Irrglaube, wenn ihr denkt, dass nichts gemeldet bzw. beachtete werden muss. Eine nebenberufliche Selbstständigkeit kann euch auch verboten werden. Glaubt ihr nicht? Lest!

Konzept muss stehenKonzept Selbstständigkeit

  • Wie auch bei einer hauptberuflichen Selbstständigkeit, sollte vorher das Konzept mit Hilfe eines Businessplanes und einer Rentabilitätsvorschau, genau aufgelistet werden. Der Businessplan ist nicht nur da, um damit Kredite von Bank oder Gründungszuschuss von der ARGE zu erhalten. Vielmehr ist so ein Businessplan auch für die eigene Kontrolle bestens geeignet. Ich habe für euch eine, meine Meinung nach sehr gute, Businessplan-Vorlage gefunden.

Kostenloser Businessplan

Tipp: Lasst euch Zeit bei euren Überlegungen und fragt Freunde und Bekannte, nach hilfreichen Anregungen. Manchmal ist es besser, die Idee von Außenstehenden beurteilen zu lassen.

Gewerbeanmeldung ist Pflicht

  • Auch wenn es im Internet die tollsten und skurrilsten Erklärungen gibt, dass nebenbei Geld verdient werden kann, ohne ein Gewerbe anzumelden, stimmt das nicht. Um eine Gewerbeanmeldung kommt man nicht herum. Im Nebenerwerb reicht die Anmeldung als Klein- bzw. Kleinstunternehmer. Die Regelung gestattet Gründern einen Gesamtumsatz von 17.500 Euro, was ja nicht gerade wenig ist, wenn es eine nebenberufliche Selbstständigkeit ist. Die Kosten hierfür sind gemeindeabhängig und liegen bei ca. 20-80 Euro. Jedenfalls ist mir nichts Anderes bekannt.
  • Zu der Wahl der Unternehmensform, solltet ihr mit eurem Steuerberater besprechen. In den meisten Fällen wird es aber der Kleinunternehmer oder die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), falls ihr mehrere Gesellschafter seid.
  • Auch der Fiskus bzw. das Finanzamt sollten über euren Nebenerwerb in Kenntnis gesetzt werden. Bei vielen Gemeinden passiert das automatisch, sobald ihr ein Gewerbe anmeldet. Fragt aber sicherheitshalber nach, wenn ihr die Gewerbeanmeldung abgebt.

Der Chef sagt nein

  • Jeder der in einem Beschäftigungsverhältnis steht, muss seinen Chef um Erlaubnis fragen, ob er sich nebenbei selbstständig machen darf. In vielen Arbeitsverträgen gibt es dazu auch einen Absatz, der die Angelegenheit klar regelt. Sagt der Chef “nein” zu eurer Nebentätigkeit, solltest ihr es auch lassen. Eventuelle hilft ein Gespräch mit dem Betriebsrat. Ein klares nein, wird es geben, wenn ihr euch im gleichen Bereich wie eure Haupttätigkeit, ein zweites Standbein aufbauen möchtet.
  • Es kann auch vorkommen, dass die nebenberufliche Selbstständigkeit, vorerst, unter Vorbehalt, erlaubt wird. Sollte es dann jedoch zu Problemen im Haupt-Job kommen, kann es im Nachhinein verboten werden. Probleme könnten zum Beispiel Krankschreibung durch den Nebenerwerb oder Fehlzeiten sein. Ein weiterer Grund könnte die abfallende Arbeitsleistung sein. Wer sich nicht erholt, verliert seine Arbeitsleistung. Darum achtet darauf, dass ihr euch auch eine Auszeit gönnt. Noch schlimmer ist es, wenn ihr während eurer normalen Arbeitszeit im Haupt-Job, für die nebenberufliche Tätigkeit etwas macht. Sei es Telefonate, Email oder sonst etwas, es kann ein Kündigungsgrund sein und wer möchte sowas schon.

Tipp: Klärt eure nebenberuflich Selbstständigkeit mit der zuständigen Person und haltet alles schriftlich fest. Falls ihr die Nebentätigkeit nicht meldet und es wird bei eurem Vorgesetzen bekannt, so ist das ein Kündigungsgrund.

Nebenberufliche SelbstständigkeitSozialversicherungen informieren

  • Es ist ein falscher Glaube, dass man grundsätzlich etwas zahlen muss, wenn Versicherungsträger informiert. Bei der Selbstständigkeit, welche nebenbei ausgeübt wird, fallen vorerst keine Pflichtbeiträge an. Sei es bei der Arbeitslosen- oder der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Normalfall kommen dort keine weiteren Kosten auf euch zu.
  • Zusätzlich solltet ihr aber eine private Unfallversicherung abschließen oder eure vorhandene über die Tätigkeit informieren. Gleiches gilt bei der privaten Haftpflichtversicherung. Da es sich bei beiden um Privatversicherungen handelt, können sich auch die Beiträge erhöhen. Als kleines Beispiel: Die Private Haftpflicht, hat sich bei mir gerademal um 18 Euro jährlich erhöht.

Weitere Antworten auf eure Fragen, könnt ihr bei der IHK, der HWK und der zuständigen ARGE bekommen. Beispielsweise darf nicht jede Selbstständigkeit darf einfach so gestartet werden. Im Finanzsektor benötigt man zum Beispiel den §34c um Geldgeschäfte abzuschließen. Sollte ihr den Entschluss gefasst haben, dann fragt bei den verschiedenen Behörden nach. Für die Selbstständigkeit im Netz, ist außer eurem Knowhow, nichts weiter nötig. (Noch nicht)

 

Kann ich mich als ALG II Empfänger (Hartz-IV) oder als Arbeitsloser auch nebenbei selbstständig machen?

Als erstes solltet ihr mit eurem zuständigen Berater über das Vorhaben reden. Denn wer sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen möchte, bekommt sehr viel Hilfe, wie ich vor kurzem erfahren habe. Bezieher von ALG I oder ALG II können sich auch nebenberuflich selbstständig machen, wenn dabei 15 Arbeitsstunden pro Woche nicht überschritten werden und die Arbeitsangebote berücksichtigt. Wer die nebenberufliche Tätigkeit vorschiebt, um Stellenangebote der ARGE abzulehnen, begeht einen großen Fehler. Neben den Sanktionen von ALG I oder Hartz IV, kann es sein, dass sämtliche Fördermittel zurückgezahlt werden müssen. Also aufpassen, was ihr gegenüber eurem Arbeitsvermittler äußert.

Von Nebenbei in die hauptberufliche Selbstständigkeit

Die Gründe für eine nebenberufliche Selbstständigkeit muss jeder für sich ausmachen, erläutert habe ich sie schon ein wenig. Nach einer Weile, einen Zeitpunkt möchte ich nicht festlegen, steht Nebenberuflich Selbstständigman meist vor der Entscheidung, “Nebenbei” oder doch “Hauptberuflich”. Dazu gibt es heute ein paar Gedanken von mir.

Zu 100 Prozent Selbstständig

Anfangen möchte ich diesmal mit der Geschäftsidee. Weitere entscheidenden Faktoren für einen Wechsel, sind Familie, Gesundheit, Geld und auch Risiken.

Hat die Geschäftsidee das Potenzial

• Denn was nebenbei gut gelaufen ist, musst nicht zwingend, auch für den Hauptberuf gelten. Darum sollte auch vor dem Wechsel die Geschäftsidee nochmals genau unter die Lupe genommen werden. Hierfür ist es wieder notwendig erneut einen Businessplan zu erstellen. Pläne schmieden ist gut, dennoch zählen überall nur Daten und Fakten. Gerade wenn noch finanzielle Spritzen, in Form von Krediten, für die hauptberuflich Selbstständigkeit benötigt werden, ist ein neuer Businessplan mehr als notwendig.
• Weiterhin muss eine Bestandsaufnahme getätigt werden. Sind genug Kunden vorhanden, reicht das Home-Office oder sollte doch besser ein Büro angemietet werden? Wo muss noch investiert werden und so weiter.
• Auch die Markt- bzw. Konkurrenzanalyse muss wiederholt getätigt werden. Vielleicht hat sich in der letzten Zeit schon eine neue Firma etabliert oder die Nachfrage nach der Dienstleistung sinkt. Diese Analysen werden von vielen nur unzureichend oder gar nicht durchgeführt, was später dann das AUS bedeuten kann. Ein kleines Beispiel sind die vielen sogenannten Landschaftsgärtner, welche vor kurzem wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Wie viel gibt es davon noch?

Gesundheit gut, alles gut

• Der Faktor Gesundheit wird oftmals unterschätzt. Doch es ist das größte Kapital was ein Selbstständiger hat. Wer krank ist, kann kein Geld verdienen und das tut als eigener Chef doppelt so weh. Eine längere Auszeit wegen der Gesundheit, kann die Schließung der Firma oder auch eine Insolvenz bedeuten.
• Der Gründer sollte sich im Klaren sein, dass der Arbeitstag über mehrere Monate, oder sogar Jahre, nicht nur 6-8 Stunden hat. Rechnet damit, dass 10-14 Stunden normal sind und auch das Wochenende gegebenenfalls geopfert werden muss.
• Wie belastbar ist man wirklich? Das kann nur der Gründer für sich herausfinden. Dennoch hat er einen großen Vorteil. Durch die nebenberufliche Selbstständigkeit, ging sein Arbeitstag ohnehin schon länger als bei den meisten Menschen.
• Vertrauen in die eigene Gesundheit ist gut, doch eine halbjährige Untersuchung durch den Hausarzt ist besser. Dauert vielleicht 1-2 Stunden, die man sich nehmen sollte.

Familie, Freunde und Bekannte

• Ein Selbstständiger hat nur Augen für seine Geschäftsidee, soviel steht fest. Trotzdem ist die Familie ein wichtiger Erfolgsbaustein. In dem Artikel “5 Gründe, warum Existenzgründer scheitern” bin ich schon einmal darauf eingegangen, wie wichtig die Familie ist. Der Meinung bin ich immer noch, ohne meine Frau, könnte ich nicht selbstständig sein.
• Alle drei genannten Gruppen, also Familie, Freunde und Bekannte tragen auch wesentlich dazu bei, falls es mal nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Meist haben Außenstehende gut Ideen, die man sich auch anhören sollte.
• Der oben genannte Personenkreis kann auch im Falle einer längeren Ausfallzeit, zum Beispiel durch Krankheit, sehr nützlich sein.

Geld uSelbständig nebenberuflichnd Finanzen

• Wie viel Einnahmen benötigt werden, um von der nebenberuflichen Selbstständigkeit in den Hauptberuf zu wechseln, hängt von den privaten und geschäftlichen Ausgaben ab. Hinzu kommen noch weitere Kosten, die vorher nicht gezahlt werden mussten. Unter anderem die private Krankenversicherung, Steuern, Rücklagen, gesetzliche oder private Rentenversicherung und so weiter. Einen Überblick solltet ihr im Businessplan haben.
• Meine kleine Faustregel beträgt: Alle Ausgaben, ob privat oder geschäftlich, plus 30 Prozent. Damit sollte man dann gut über die Runden kommen.
• Da vorher eine “sichere” Geldquelle vorhanden war und zwar der monatliche Lohn vom Arbeitgeber, kann auch dieser Wert zur Berechnung genommen werden.

Lohn + “neu anfallende Kosten” + 30 Prozent.
Lohn: 2.000 Euro netto
Neu anfallende Kosten (PKV, Büromiete, etc.): 1.000 Euro
= 3.000 Euro + 30 Prozent = 3.900 Euro

Risiken und Nebenwirkungen

Nicht jeder der vorher ein Angestelltenverhältnis hat und dann in die Selbstständigkeit wechselt, kann damit umgehen. Ehrlich gesagt: Man muss dafür geboren sein. Hört sich irgendwie arrogant an, aber dem ist wirklich so. Neben einer Gründerpersönlichkeit braucht man vor allem viel Durchhaltevermögen, Geduld und Ehrgeiz. Außerdem muss man bereit sein viel Verantwortung zu übernehmen, für sich selbst aber auch für andere.

Fazit: Überlegt euch gut, die nebenberufliche Tätigkeit als hauptberufliche Selbstständigkeit auszuüben. Hinterfragt doppelt und dreifach, jede noch so unbedeutende Frage und sucht Rat bei Spezialisten, (Steuerberater, Existenzgründerberater) falls noch irgendetwas ungeklärt ist.

 

3 comments

  1. Gabriele Luegger

    Sehr interessanter Artikel, der viele facetten beleuchtet. Die nebenberufliche Selbstständigkeit kostet aber auch so viel Kraft, dass irgendwann eine Entscheidung dafür oder dagegen her muss.
    Liebe Grüße
    Gaby

  2. Ausführlicher Artikel, gut geschrieben.
    Ich finde es gut die Selbstständigkeit vorerst nebenberuflich zu testen (wenn der Arbeitgeber dies zulässt) um zu sehen wie es sich entwickelt und um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.

    Lg Niklas

  3. Danke für deinen Beitrag, ich bin bereits nebenberuflich Selbstständig und wandle meine Kleinunernehmerregelung jetzt in eine UG um. Ich denke auch darüber nach, ob es überhaupt noch Sinn macht meinen Hauptjob auszuführen.

    Ich habe einen ziemlich gut bezahlten Job in der Industrie, aber mein Leben lang möchte ich das nicht machen, viel lieber möchte ich mir etwas eigenes aufbauen. Die Frage ist, ob ich so einen guten Job kündigen sollte?

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