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In 3 Tagen zum eigenen Start-Up

[Gastbeitrag von Thomas Jakel] Kürzlich habe ich dazu aufgerufen, dass sich Interessierte, zwecks eines Gastbeitrages, melden können. Es kamen einige Emails, wovon ich die meisten gleich wieder gelöscht habe. Was mich jedoch angesprochen hat, war das Idea Camp. Nachdem ich wieder einige Recherchen gemacht und mit Thomas telefoniert habe, kommt nun der Gastbeitrag zum Thema: In 3 Tagen zum eigenen Start-Up.

Idea Camp

Im April 2011 kam ich gerade von einem halbjährigen Brasilien Trip nach Deutschland zurück auf dem ich gerade meine persönliche 4-Stunden-Arbeitswoche ausgetestet hatte – mit Erfolg. Das letzte halbe Jahr hatte ich quasi vom Strand aus gearbeitet und meinen persönlichen Interessen viel Zeit gewidmet.

Ein Team von ehemaligen Kommilitonen hatte mich für den Tag nach meiner Rückkehr nach Deutschland auf das Idea Camp 1.0 eingeladen um über meine Erfahrungen mit einem Lifestyle Business zu berichten. Als Lifestyle Business werden Unternehmen bezeichnet, die das Einkommen der Gründer weitestgehend von der Arbeitszeit entkoppeln und den Inhabern erlauben ihren gewünschten Lifestyle zu leben.

In der hellen Wohnung eines der Initiatoren des Camps kamen viele Gründungsinteressierte zusammen um über Geschäftsideen zu brüten und sich auszutauschen. Nach dem ersten Idea Camp stellten wir uns die Frage: Was wäre, wenn wir in den 3 Tagen nicht nur über Geschäftsideen nachdenken sondern tatsächlich gleich mehrere Unternehmen direkt an den Start bringen?

Das Resultat dieser Überlegung war das Idea Camp 2.0 im September. Deutlich straffer organisiert und diesmal nicht mehr in einer Kreuzberger Wohnung, sondern in den dafür bestens geeigneten Räumlichkeiten der Lifestyle Agentur Schröder+Schömbs PR , brüteten 14 Teilnehmer, 3 Tage lang über ihren Ideen.

Der erste Tag wurde dazu genutzt in, an das Design Thinking Konzept angelehnten Sessions, Themengebiete und Interessenbereiche zu finden. Daraufhin wurden Wünsche und Probleme die in diesen Bereichen existieren gesammelt. In einem kreativen Prozess entwickelten die Teilnehmer aus den Problemen und Wünschen schließlich mögliche Lösungsansätze.

Am nächsten Tag wurden die Lösungen aufgenommen und Geschäftsideen dazu entwickelt. Unsere einzigen Anforderungen an die entwickelten Konzepte: Ein schlüssiges Monetarisierungsmodell und ein klar erkennbarer Kundennutzen.

Im Anschluss ging es an die Business Modell Creation, die wir beim Idea Camp anhand des Rooting Frameworks  erarbeiteten. Rooting tauften wir den Prozess deshalb, weil man sich in der Erarbeitung des Geschäftsmodells immer wieder auf die Wurzel der Idee zurückbesinnt. Auf diese Weise wird der daran anschließenden Umsetzung weitestgehend die Komplexität genommen.

Der erste Schritt des Rooting war die Definition des Mini-Zyklus. Welcher Prozess findet statt, damit das erste Mal eine Marge erzielt werden kann – oder einfacher: Was ist der Weg zum ersten zahlenden Kunden? Im zweiten Schritt wurden die kritischen Komponenten definiert – Welche Komponenten sind nötig um die Marge nicht nur einmal, sondern gegebenenfalls tausendfach parallel zu erzielen?

Am letzten Tag wurde es ernst. Ist das Commitment der Teilnehmer groß genug um tatsächlich zu gründen? Nachdem sich die finalen Gründerteams zusammengefunden hatten, definierte jedes Team die ersten kritischen Schritte und einen Projektfahrplan für die ersten zwei Wochen nach dem Idea Camp.

Die Rechnung scheint aufzugehen. Auf dem Idea Camp vom 15.-18.09. wurden fünf StartUps gegründet, die in den nächsten Wochen an den Markt gehen werden. Der Markt für Inkubatoren und Events wie das Idea Camp ist groß. Insbesondere in Berlin gibt es viele Angebote die Gründungsinteressierte auf dem Weg zum eigenen Start-Up begleiten wollen. Wie unterscheidet sich also das Idea Camp vom Großteil der anderen Initiativen?

Wir setzen mit unserem Konzept vor allem darauf Ideen schnell umzusetzen und an den Markt zu bringen, da wir glauben, dass der Weg zum ersten Kunden so schnell wie möglich gegangen werden sollte, damit das auf dem Idea Camp aufgebaute Momentum erhalten bleibt und das Start-Up nicht ins Stocken gerät.

Desweiteren favorisieren wir Geschäftsideen, die sich mit Bootstrapping, also auch mit geringem Kapitaleinsatz umsetzen lassen. Das sind gemeinhin mehr Modelle als man meinen würde. Beispielsweise wurde die erste Version von Strandschicht bei der Gründung des Unternehmens 2009 gebootstrappt und konnte deswegen ohne Investoren und Fremdkapital an den Markt gehen und ist seitdem enorm gewachsen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir jedem Idea Camp Spin Off einen erfahrenen Mentor zur Seite stellen, der das StartUp bis zur Profitabilität und gegebenenfalls noch darüber hinaus begleitet. Denn, der Blick von außen ist insbesondere in der Startphase sehr wichtig, um die Gründerteams zu refokussieren.

Was uns aber definitiv am meisten von den anderen StartUp Initiativen abhebt, ist unser erklärtes Ziel den Gründern zu helfen, mit einem Cash Flow Business ihren idealen Lifestyle umzusetzen. Wir streben also nicht vorrangig einen schnellen Exit an. Wir möchten vielmehr, dass die Gründer sich möglichst schnell aus dem operativen Geschäft zurück ziehen können und dabei dennoch genug verdienen um ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Unser Erfolg wird sich letztlich daran messen lassen müssen, wie gut uns dies gelingt.

Wir sind zuversichtlich. Wie erfolgreich die gegründeten Unternehmen letztendlich am Markt sein werden, muss sich erst noch zeigen. Aber die ersten Zeichen sind positiv. Viele der Teams haben bereits bedeutende Fortschritte zu vermelden.


Thomas Jakel

 

 

 

Geschäftsführer des Berliner Start-Ups Strandschicht, das virtuelle persönliche Assistenten (www.strandschicht.de) anbietet und Mitgründer des StartUp-Inkubators Idea Camp (www.ideacamp.de), Thomas Jakel, stellt das Konzept hinter dem Gründen von Unternehmen an 3 Tagen vor und erklärt, wie sich das Idea Camp von anderen Start-Up Inkubatoren unterscheidet.

2 comments

  1. Gartenmöbel Putzen

    Hallo,
    wow, mir kommt dieser Beitrag gerade einfach nur wie gerufen. Ich bin derzeit bei den Vorbereitungen für mein eigenes Start- Up und dabei sind solche genialen Tipps natürlich bares Gold. Vielen Dank dafür.

  2. Interessanter Ansatz. Besonders gut finde ich, ist dass das Produkt so schnell wie möglich an den Markt soll. Kann auch im Rahmen eines Feldtestes funktioniert, um damit erste Kosten zu decken und das Produkt zu verbessern. Habe das in meinem Startup ähnlich gemacht. Wo findet man denn eure Startups?

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