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Hilfen in einer Krise

Als Selbstständiger ist man immer auf sich selbst gestellt. Bei einigen wird die Aussage zutreffen, aber es liegt nur daran, wie offen der Selbstständige für neue Wege ist. Auch ich hatte die ein oder andere Krise und musste immer wieder nach neuen Möglichkeiten suchen, um nicht in ein Loch zu fallen oder sogar die Selbstständigkeit aufzugeben.

Letzteres kommt für mich nicht mehr in Frage, da ich lieber nochmals von vorne anfange, als mir von einem Chef die Arbeits- und Urlaubszeit vorgeben zu lassen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir einfach nichts sagen lassen kann 😉 Zurück zum Thema, wo bekommt man als Selbstständiger Hilfen und vor allem neue Ideen, um aus einer Krise zu kommen.

Mitarbeiterbefragung kann helfen

Mitarbeiter befragen Wenn man selber schon eigene Mitarbeiter angestellt hat, sollte man diese befragen und erklären, dass es auch um ihre Existenz geht. Zwar weniger mit einem Totalverlust, aber die Arbeitsstelle wäre futsch und das möchte niemand. Gerade in der heutigen Zeit können Mitarbeiterbefragungen sehr hilfreich sein. Warum ich solche Befragungen richtig klasse finde, habe ich mal aufgelistet:

  1. Die Mitarbeiter kennen das Unternehmen/Firma und wissen welche Schwerpunkte gesetzt werden. Mit gemeinschaftlichen Brainstorming findet man immer neue Ideen oder auch nur kleine Ansatzpunkte, um aus einer Krise herauszukommen.
  2. So eine Befragung kostet fast nichts. Bis auf die Auszeit, die man den Mitarbeitern dafür geben muss. Schon alleine die Frage: “Wer hat eine Idee für das Unternehmen…” bringt rasche Antworten. Viele, die in einer Firma arbeiten, machen sich Gedanken, wie man etwas verbessern bzw. ändern kann. Nur trauen es sich die meisten nicht zu sagen, ganz nach dem Motto… “Ich sag lieber nichts, dann kann ich auch nichts falsch machen”.
  3. Es ist äußerst selten, dass ein Chef seine Angestellten um Rat fragt. Dabei finde ich die Kommunikation mit Menschen, die den ganzen Tag für mich arbeiten, als eines der ausschlaggebendsten Mittel für den Erfolg einer Firma. Die Mitarbeiter fühlen sich verstanden und haben mehr Motivation, wenn sie mit Spass und Freude auf Arbeit fahren.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen sollten aber nicht nur in einer Krise stattfinden, sondern auch, wenn es der Firma gut geht. Ein offenes Ohr sollte der Chef auch für die Probleme seiner Mitarbeiter haben. In meiner Karriere als Angestellter habe ich einige “Chefs” gehabt, jedoch war nur einer dabei, von dem ich sagen kann, dass er als Mensch und als Chef für mich perfekt war. Schade, dass sowas heutzutage als Rarität angesehen werden muss.

Hilfen der IHK, KfW und weiteren

Auch viele bekannte Behörden und staatliche Einrichtungen bieten Hilfe für angeschlagene Firmen an. Da ich ja in Baden Württemberg wohnen, habe ich mich mal auf die Suche gemacht, was im Ländle (zu deutsch: Land ;-)) angeboten wird. Durch die Wirtschaftskrise wurden einige Spezialseminare und Sonderprogramme aufgesetzt, um Selbstständigen in der Krise unter die Arme zu greifen.

So gibt es in meinem zuständigen Bereich ein Sonderprogramm für mittelständische Unternehmen, die durch die Wirtschaftskrise gebeutelt sind. Mehr dazu auf der IHK Seite.

Eine weitere Hilfe kommt von der KfW, die bei uns im Süden das Programm “Runder Tisch” eingeführt haben. Das Angebot richtet sich auch wieder an Mittelständler.

Externe Hilfen in der Krise

Unternehmensberater Sie kommen, sanieren, geben Ideen und gehen dann wieder. Die Rede ist von Unternehmensberatern. Dieser Beruf hat in den letzten Jahren Hochkonjunktur. Doch gerade die kleineren Firmen wissen nicht, was so ein Berater für Vorteile bringen kann.

Natürlich gibt es auch in diesem Bereich einige “Schwarze Schafe”, wie in allen Berufen, die mit “Berater” enden. In Deutschland darf sich leider jeder Unternehmensberater nennen. Hoffentlich wird dem bald ein Riegel vorgeschoben.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein guter Unternehmensberater erfasst die IST Situation von der Firma und legt zusammen mit dem Chef die SOLL Situation fest. Mit den Daten und Informationen erarbeitet der Berater dann eine Strategie, um die Firma wieder auf den Erfolgsweg zu bringen.

In vielen, mir bekannten Fällen, werden auch Stellenstreichungen vorgenommen. Sollte die Strategie aber Hand und Fuß haben, geht kein Weg an Kündigungen vorbei. Die Hauptsache ist, dass die Firma wieder auf einen grünen Zweig kommt.

Der Preis für eine Unternehmensberatung ist sehr variabel. Je größer der Aufwand, desto höher auch die Kosten. Im Fall der Fälle, solltet ihr nur einen Unternehmensberater zu Rate bitten, der eine sogenannte Vermögensschadenhaftpflicht und auch erfolgreiche Referenzen vor- bzw. nachweisen kann.

Durch einige Förderprogramme der IHK oder der KfW, wie ich oben schon geschrieben habe, kann man sich einiges an Geld einsparen, um so einen Berater in die Firma zu holen.

Zum Schluss gibt es von mir noch einen passenden Spruch:

“Wer hinfällt und immer wieder aufsteht, wird sein Ziel erreichen.”

4 comments

  1. Florian Simeth

    Hallo Ivo,
    dein Schreibstil gefällt mir. Du hast vollkommen recht: warum sollte man sich seine Urlaubstage und Arbeitszeiten vorgeben lassen? Wer sagt denn das? *g* Irgendwie eine witzige Vorstellung.
    Auch ich hatte schon sehr gute und auch sehr schlechte Chef's. Irgendwie sicher sein kann man sich allerdings nie, wenn man sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, ob der Chef passt.
    Natürlich steht man vielleicht selbst mal der Situation, dass man Mitarbeiter einstellen muss dann und dann stellt sich wirklich die Frage: wie bringt man denen bei, dass sie 40 Stunden arbeiten sollen? Oder sollen sie das gar nicht? Das ist wohl eine sehr schwierige Frage, die du hier beantworten willst. Dennoch ist es wirklich sinnvoll, wie du geschrieben hast, dass der Chef mit seinen Mitarbeitern redet. Denn die Mitarbeiter sind ja durchaus nicht blöd (vielleicht ist es der Chef, der nicht zuhören kann? *g*)
    Viele Grüße
    Flo

    • Hi Flo,

      das Beste wäre natürlich, dass die Mitarbeiter es selber erkennen und wirklich 40 Stunden durcharbeiten. Wenn die Motivation und Arbeitseinstellung stimmt, werden auch Überstunden und andere Dinge hingenommen, denn es ist für die Firma.

      Grüße Ivo

  2. Sehr schön wenn motivierend geführt wird und ja es ist eher die Ausnahme.
    Zur Sache mit den Unternehmensberatern oder Gründungsberatern wie man es möchte. Natürlich gibt es schwarze Schafe – auch Berater sind ein Spiegelbild der Gesellschaft. Allerdings ist es in der Praxis nicht immer einfach – beispielhaft die Motivation, die ja entscheiden ist für unsere zielführenden Handlung – zu ermitteln (IST Zustand). Das zweite Problem ist dann ja auch der SOLL Zustand der oftmals nicht über einen Horizont von 4 Jahren hinaus geht. Visionen sind langfristig und nicht innerhalb einer Bundestagsperiode zu schaffen – ein Grund warum Unternehmer selten in der Politik sind.
    Wenn also zwei Variablen – SOLL und IST Zustand im Beispiel der Motivation nur schwer messbar gemacht werden können und die langfristigen Unternehmensziele nicht berücksichtigt werden – wie soll das Ergebnis bitte stimmen ?
    Existenzgründungs- und Unternehmensberatung ist ein komplexes Thema – wie die Ausbildung für einen Berater auszusehen hat vermag ich nicht zu definieren. Ein Studium alleine ist kein Qualitätssiegel, das Alter ist es auch nicht – also welche Kriterien sind entscheidend und wer bestimmt diese ?
    Positiv ist das Unternehmen die Beratungsleistungen in Anspruch nehmen durch den Staat gefördert werden und rein statistisch fast immer besser als vorher da stehen.
    Ein Berater soll objektiv und neutral Hilfestellung geben und sorge dafür tragen das sich das Unternehmen verbessert. Das ist eine wesentliche Aufgabe.
    Freue mich auf die Antwort
    Gruss Klaus Schaumberger

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