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Gründung aus der Not – Besser als gedacht

Ich habe vor einiger Zeit in meinem Artikel berichtet, dass ich mir nicht vorstellen kann, Gründungen aus der Not heraus, seien erfolgreich. Nun wurde ich nun eines besseren belehrt.

Durch viele Entlassungen im letzten Jahr und unbefriedigende Stellenangebote, entschlossen sich einige für den Weg in die Selbstständigkeit.

So gesagt eine Notgründung. Gestern musste ich feststellen, dass diese Notgründungen eine bessere Voraussetzungen haben, als von mir angenommen.

Entlassen – Notgründung – Erfolgreich

Meine oben genannte Meinung teile ich mit vielen Menschen aus Wirtschaft und Politik. Notgründer überleben nicht lange und werden früher oder später die Selbstständigkeit, wieder aufgeben.

Studien belegen aber genau das Gegenteil. Rund 70 Prozent der Notgründer, sind nach 5 Jahren immer noch selbstständig, was ich sehr erstaunlich finde.

Expertenaussage: Reine „Notgründungen“ indes haben selten gute Aussichten. „Eine positive Motivation ist sehr wichtig, man muss sich schon wirklich selbständig machen wollen“, sagt Nikolaus Paffenholz von der IHK.

Bei der Telefonbefragung wurden 3000 Existenzgründer, die sich 2003 mit Hilfe der Arbeitsagentur, selbstständige gemacht haben, befragt. Bei nur 10 Prozent war es eine reine Notgründung. Viel andere Motive standen davor.

Unter anderem das Entdecken einer neuen Geschäftsidee bzw. einer Marktlücke. Was ich mir gut vorstellen kann. Denn obwohl es scheinbar schon alles gibt, wird man immer wieder fündig, was Nachfrage im Wohnort hat und nicht bedient wird. (Kleine Info: Bei uns fehlt ein Eiscafe.)

Ein weiterer Punkt war: “Ich will mein eigener Chef sein.” und das mit einem geringeren Risiko, als Angestellte, die einen langjährigen Job wegen der Selbstständigkeit aufgeben. Gründungszuschuss, Seminare, Überbrückungsgeld und und und…

Wer so eine Chance nicht nutzt, ist selber Schuld oder nur faul. In den seltensten Fällen wird man Millionär, aber den Lebensunterhalt, Urlaub und das was zum guten Leben dazu gehört, sollte man sich schon davon leisten können.

Erst Arbeitslos, jetzt Arbeitsgeber

angestellt-von-gruender Die Entwicklung, der in 2003 gestarteten Gründer, sollte auch ein kleines Vorbild für die heutigen Existenzgründer sein. Über 40 Prozent der Befragten geben anderen Menschen einen Arbeitsplatz.

Wenn jeder der 40 Prozent nur einen Mitarbeiter beschäftigt, wären das also rund 1260 Angestellte bei 3000 Befragten. Im Jahr 2003 haben sich aber um die 90.000 Personen, mit Hilfe der ARGE, selbstständig gemacht.

Da ich ja gerne rechne, kam ich auf insgesamt 25.200 Mitarbeiter, bei einem Angestellten, pro überlebten Existenzgründer. Was doch eine beachtliche Zahl ist.

Weitere Berichte im Netz:

Financial Times Deutschland

N-TV

4 comments

  1. Gerade bei der "Notgründung" muss man auch miteinbeziehen, dass viele von ihrer bevorstehenden Entlassung frühzeitig wissen und so rechtzeitig die Weichen stellen können. Man kann eine Menge Administratives noch vom alten Arbeitsplatz aus erledigen.
    Besonders gut funktioniert das bei einer Insolvenz, weil man da recht günstig an Büro-Equipment rankommt und die Unternehmensleitung bevorzugt an die eigenen Mitarbeiter verkauft.

    • Hi Webwork,

      ein sehr guter Ansatz. Nicht nur das man billiger an Waren rankommt, es gibt noch weitaus mehr Vorteile, wenn über die Insolvenz bescheid gewusst wird. Vielleicht möchte man sich im selben Bereich selbstständig machen, dann könnten doch die Kunden- und Zuliefererkontakte sehr wertvoll sein 😉 Mitarbeiter mit denen man sehr gut ausgekommen ist, könnten akquiriert werden usw.

      Grüße Ivo

  2. Das wäre doch fast schon wieder nen eigenen Artikel wert 😉
    "Wie nutze ich die Insolvenz meines Arbeitgebers zum Vorteil?"
    Grüße zurück…

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