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10 Visitenkartenfehler, die Sie vermeiden sollten

Bei der Gestaltung sowie beim Umgang mit Visitenkarten wird nicht selten der Grundstein für gute und ertragsreiche Geschäftskontakte gelegt – oder eben die Chance dazu verspielt. Wir zeigen, welche 10 typischen Fehler man unbedingt vermeiden sollte.

1. Wahllos verteilen

Messen, Kongresse und Empfänge sind klassische Gelegenheiten, bei denen man die Chance auf neue Kontakte hat. Doch nur weil man sich gerade in einer Gruppe von Menschen zusammengefunden hat, zückt man nicht sofort seine Visitenkarten. Sich zu einer Gruppe gesellen und direkt die Karten zu verteilen ist grob unhöflich. Das reihum Verteilen der Karten ist nur bei arrangierten Treffen üblich.

Bei spontan entstandenen Konversationen werden die Visitenkarten in der Regel gegen Ende des (Fach-)Gesprächs ausgetauscht.Außerdem gehören Visitenkarten fast ausschließlich zur Geschäftswelt. Bei privaten Kontakten gilt es als übertrieben, die Visitenkarte zu verteilen, mit der Ausnahme, das Gespräch entwickelt sich in Richtung Geschäft oder man wird direkt danach gefragt.

2. Schlechter Zustand

„Gammel-Gerüst vor dem Auswärtigen Amt: Keine gute Visitenkarte für die Bundesrepublik Deutschland.“Weil die Visitenkarte eine so bedeutende repräsentative Funktion innehat, ist sie, wie in der zitierten Schlagzeile, zum geflügelten Wort mutiert.

Die Visitenkarte erlaubt also in Form und Gestaltung direkte Rückschlüsse auf den Inhaber und sollte daher stets als Aushängeschild betrachtet werden, dass in tadellosem Zustand sein muss. Knicke, Risse, Flecken sowie Abnutzungserscheinungen durch unachtsame Aufbewahrung disqualifizieren den Karteninhaber sowohl fachlich als auch persönlich. Zudem: Nur bei Visitenkarten in makellosem Zustand wird der Inhalt bestmöglich wahrgenommen.

3. Veraltete Angaben

Haben sich beispielsweise Adresse, Telefonnummer oder andere Angaben geändert, sollte eine aktualisierte Version erstellt werden. Insbesondere gilt dies für die Position des Karteninhabers in einem Unternehmen. Auf keinen Fall sollten die fehlerhaften Angaben als Massenproduktion per Hand korrigiert werden! Wenn es sich einmal nicht vermeiden lässt, sollte eine Korrektur nur vor den Augen des Empfängers im Moment des Überreichens erfolgen.

4. Auf fremde Karten schreiben

Die Grundregel beim Entgegennehmen von Visitenkarten lautet: Behandeln Sie diese so, wie Sie ein Geschenk behandeln würden. Ein Geschenk, gewollt oder ungewollt, wird nicht achtlos beiseite gestellt, nicht direkt weggeworfen oder in irgendeiner Weise verunstaltet. Als großer Fauxpas gilt es daher, sich vor den Augen des Karteninhabers Notizen auf dessen Visitenkarte zu machen.

Um mit erhaltenen Visitenkarten effektives Networking zu betreiben, sind kleine Anmerkungen natürlich sinnvoll, um sich später an Details des Kontakts zu erinnern. Dies sollte aber immer diskret im Nachgang erfolgen – notfalls auf der Messetoilette, falls die Akquise geeigneter Geschäftspartner besonders erfolgreich war und die Zahl der neuen Visitenkarten groß ist.

5. Keine Übersetzung anbieten

Jeder der international tätig ist, sollte die Rückseite der Visitenkarte in eine Sprache übersetzen (lassen), die im Zielland gesprochen oder zumindest verstanden wird. In den meisten Fällen wird eine englische Variante ausreichen, um auch international mit seinen Visitenkarten zu punkten.

Natürlich wird es darüber hinaus sehr gern gesehen, wenn der Empfänger alle Informationen in seiner Muttersprache lesen kann. Dabei gilt: Übersetzungen müssen 100% korrekt sein. Eine professionelle Übersetzungshilfe zahlt sich in jedem Fall aus.

6. Auffallen um jeden Preis

Ein Scheidungsanwalt mit zerreisbarer Visitenkarte, ein Radiomoderator mit der Visitenkarte in Form eines altmodischen Mikrofons oder Visitenkarten aus Holz für den Zimmermannsbetrieb. All diese Formen sorgen für echte Hingucker und bleiben dadurch auch besser im Gedächtnis.

Doch solche Design- und Formexperimente können auch nach hinten losgehen. Einerseits stellt sich die Frage, ob es dem besagten Anwalt zu neuen Mandanten verhilft, die meist als schmerzhaft wahrgenommen Trennungen scherzhaft aufzugreifen. Es ist vorstellbar, dass potenzielle Mandanten eher auf seriösere Angebote ausweichen, denn für Rechtsfragen benötigt man keinen Hobby-Designer, sondern einen Profi-Juristen.

Natürlich darf dieser Humor haben, aber Seriosität bzw. Professionalität sind und bleiben Trumpf. Andererseits können Formexperimente dazu führen, dass sich die Visitenkarte schlichtweg nicht handhaben lässt: was nicht ins Etui passt (zu breit, zu dick, …) wird schneller aussortiert.

7. Visitenkarten verramschen

Das einzige, was noch besser ist, als ein guter Geschäftskontakt, sind viele gute Geschäftskontakte. Dies sollte aber nicht dazu verleiten, die eigene Visitenkarte ähnlich wie Flyer oder Gratisproben einfach überall auszulegen, in der Hoffnung, sich dadurch bekannter zu machen und als Geschäftspartner zu empfehlen. Einen Namen macht man sich dadurch höchstens als Wichtigtuer oder als jemand, dessen Visitenkarten bei der erstbesten Gelegenheit entsorgt werden.

Visitenkarten sollten immer persönlich übergeben werden. Schließlich verliert eine Sache auch an Wert und Exklusivität, wenn sie in großer Zahl und quasi für jeden verfügbar ist. Eine Ausnahme ist das Hinterlegen der Visitenkarte bei Assistenten, im Sekretariat oder am Empfang, wenn die Person, die man treffen wollte, nicht im Haus ist. Im Übrigen wurden die allerersten Visitenkarten verwendet, wenn Besucher am Hofe des Regenten eine Nachricht an den Hausherren hinterlassen wollten.

8. Keine Visitenkarte haben

Sicher gibt es Selbstständige, Unternehmer und andere Geschäftsleute, die auch ohne Visitenkarte erfolgreich sind. Doch spätestens, wenn man ein drittes Mal beim Austausch der Visitenkarten mit leeren Händen dastand, sind eigene Visitenkarten eine Überlegung wert. Wer keine hat, kann in manchen Geschäftskreisen sogleich als weniger wichtig eingestuft werden.

Während der Einsatz von Visitenkarten in Deutschland auch von der Hierarchieebene anhängig ist, ist es beispielsweise in Japan absolut undenkbar, in irgendeiner Art von geschäftlichem Anliegen ohne Visitenkarte unterwegs zu sein. Ist es hierzulande eher eine Frage des professionellen Eindrucks, wird das Fehlen von Visitenkarten in anderen Ländern teilweise als grob unhöflich empfunden.

9. Design vor Lesbarkeit stellen

Natürlich werden Visitenkarten auch immer wieder als Statussymbol behandelt. Das Wetteifern um den noch edleren Look kann jedoch im Bereich der Mikrotypografie zu schlicht unleserlichen Visitenkarten führen. Schriftgröße 8 ist für die meisten Schriftarten gerade noch gut lesbar und daher eine gute Orientierung nach unten.

Machen Sie es Ihrem Gegenüber so leicht wie möglich, alle Informationen zu erfassen. Bleiben Sie möglichst bei einer, maximal zwei Schriftarten. Die wichtigste Information, der Name, kann hervorgehoben werden durch die Schriftgröße, Fettdruck oder Sperrung (Vergrößerung der Abstände zwischen den Buchstaben).

10. Layout überfrachten

Eine Visitenkarte ist in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand zum Austausch der Kontaktdaten. Auf 8,5 × 5,5 cm ist es weder möglich, noch nötig, jede erdenkliche Information unterzubringen. Das heißt zum einen, dass nur die wichtigsten Angaben aufgeführt werden und Selbsterklärendes weggelassen wird.

Beispiel: Es ist üblich die E-Mailadresse aufzuführen, diese muss jedoch nicht extra durch „E-Mail: … “ gekennzeichnet werden. Zum anderen sollten nur aussagekräftige Informationen den Weg auf die Visitenkarte finden. Vor allem für Selbstständige ist es vorteilhaft, wenn der wertvolle Platz nicht für nichtssagende Claims wie „Ich bringe Sie voran!“ oder dergleichen verschwendet wird.

Nach Möglichkeit sollte eher auf das konkrete Fachgebiet oder bestimmte Dienstleistungen verwiesen werden, so dass der Empfänger weiß, in welchen Fragen er den Karteninhaber kontaktieren oder beauftragen kann.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit flyerpilot.de

25 comments

  1. Klasse Tipps, bin nämlich auch gerade am planen wie ich meine Visitenkarten gestalte und diese Tipps werde ich mir zu Herzen nehmen. Dankeschön!!!!

  2. Vielen Dank für den ausführlichen und informativen Artikel !! 🙂

  3. Super Tipps, die ich gerade eht gut gebrauchen kann. Will demnächst meine ersten Visitenkarten drucken lassen. Bisher hab ich keine gehabt, aber jetzt wird es endlich zeit.

  4. Super Tipps, danke! Ich brauche sehr selten eine Visitenkarte und habe daher überlegt, welche handschriftlich zu erstellen. Das hat nicht den Grund, Geld zu sparen, sondern soll einfach persönlicher sein. Leider habe ich bisher keine schönen „blanko“ Visitenkarten gesehen, die sich dafür eignen würden. Visitenkarten auf Druckerbögen für den Hausgebrauch halte ich für ungeeignet.

    Vielleicht haben Sie ja Lust, mir zu meiner Idee ein Feedback zu geben: Sind handgeschriebene Visitenkarten ein Fehler?

    • Moin Marco,

      ich hatte vor eingen Jahren ein Bahn-Erlebnis mit einem Künstler, der Personen gezeichnet hat. Ich war begeistert und fragte nach seiner Visitenkarte und er zeichnete eine vor meinen Augen. Ich bin bis heute noch davon angetan und das Kärtchen habe ich noch immer. Es hat etwas sehr persönliches seine Visitenkarten mit der Hand zu schreiben und zu überreichen. Ich finde es klasse 😉

      Grüße Ivo

  5. Was mich bei (vorrangig ausländischen) VIsitenkarten besonders ärgert- wenn nicht nur keine Adressdaten angegeben sind(denn die könnte man ja immer noch googeln), sondern auch kein eindeutiger Firmenname!
    Auch unangenehm- Karten die mit zich bunten Logos (jeder Über- Unter- oder Partnerfirma) zugepflastert sind, vermutlich weil ich davon schon zuviele sah. Sie erinnern stark an die Flyer zu billiger Pizzerien.

  6. Danke für die tollen Tipps. Ich gestalte momentan auch ein Layout für meine Visitenkarte und soch noch den passenden Anbieter. Bei Vistap … übernimmt der nicht mein Design richtig!???

  7. Tolle Tipps, vielen Dank.

    Was ich auch noch für erwähnenswert halte, ist der Teilweise doch Länderspezifische Umgang mit Visitenkarten und damit verbundenen Fettnäpfchen.

    So tauscht man in Japan zum Gesprächsbeginn die Karten aus. Die Visitenkarte des Gesprächspartners sollte man sich sofort durchlesen und dann erst weg stecken, da es sonst unhöflich wäre. In der Gesäßtasche darf sie übrigens auch nicht landen, da dies als Beleidigung und Zeichen der Nicht-Wertschätzung empfunden wird.

  8. Klasse Artikel, danke dafür!

    Vieles wusste ich schon aber bekanntes Wissen auffrischen ist immer gut.

    Gerade wenn man viel unterwegs ist , geraten auch öfters mal gute Tipps in Vergessenheit!

  9. Vieles klingt dabei mehr als selbstverständlich, aber wenn man so manche Visitenkarten sieht, dann wird man eines besseren belehrt.

    Hoffentlich lesen diese Leute den Artikel mal 😉

  10. Danke für die Tipps! Gut zu wissen das ich bisher fast alle davon umgesetzt habe 🙂

  11. hm, interessanter Artikel, v.a. auch die Hinweise zum Layout sind wichtig. Grüße

  12. Gute Zusammenfassung. Besonders gut fand ich die Erwähnung von Japan. Hier kann man sich in der Tat einiges in puncto Visitenkartenverhalten abgucken 😉 Die Japaner nehmen eine Visitenkarte auch immer mit beiden Händen entgegen und schauen sie sich an. Einfach annehmen und die Karte ohne einen weiteren Blick in der Hosentasche verschwinden zu lassen geht hier gar nicht.

  13. Visitenkarten Sind die Erinnerung an einem, die müssen perfekt sein. Daher danke für die Auflistung wie man es nicht machen sollte

  14. Eine sehr nette Übersicht. Ich hätte nicht gedacht, dass man bei Visitenkarten so viel falsch machen kann

  15. Wahllos verteilen finde ich nicht so schlimm, solange man sich kurz vorstellt und etwas über sich erzählt, kann paar Sätze sein.

    Aber was defitiniv nicht geht ist der schlechte Zustand der Visitenkarte. Wirft immer schlechten Schatten auf den Inhaber. So bleibt der auch im Erinnerung.

    Eine gute Übersicht. Sehr wichtig ist halt, dass die Visitenkarte an sich alles stimmig und hochwertig wirkt.

  16. Sehr gute Tipps, bin derzeit dabei meine eigene Visitenkarte zu gestalten. Da kamen mir diese TIpps gerade recht. Ich finde eine Visitenkarte ist das Aushängeschild und muss deshalb auch professionell gestaltet sein.

    Gruß
    Patrick

  17. Super, am besten gefällt mir Punkt 6 „Auffallen um jeden Preis“. Wenn man öfter mit anderen Selbständigen unterwegs ist, gruselt es einen schon ab und zu, was die einem so als Visitenkarte in die Hand drücken wollen. Ein wenig seriös schadet ja auch nicht.

  18. Seit ich meine Visitenkarte habe entwerfen lassen, merke ich erst wie wichtig es ist, einen Designer da dran zu lassen. Wenn ich überlege, dass ich meine Karten früher selbst gebastelt habe… uihjuih… 😉

  19. Einige der Tipps sind wirklich gut.

    Was ich absolut nicht leiden kann, lehne sogar deswegen Visitenkarten ab, wenn der Zustand der Visitenkarte einfach schlecht ist. Das ist ein absolutes No-Go!

  20. Alles in allem ein guter Bericht!
    Weniger ist oftmals mehr!
    Erfahrungsgemäß machten professionell erstellte Visitenkarten mit einem ansprechenden Produktbild, der Berufsbezeichnung, sowie der Adresse und dem Webauftritt den bisher besten Eindruck.
    Vermeiden sollte man jedoch Produktbilder mit Preisen!
    Wenn es bei diesen Produkten zu einer Preiserhöhung kommen sollte, wirkt es sich nicht positiv aus.

  21. Klasse und wichtige Tipps, die du hier beschreibst. Ich habe mir zu Beginn meiner Selbständigkeit auch Visitenkarten anfertigen lassen und habe davon immer noch etliche da. Kurzum: Ja, die Visitenkarte ist wichtig, aber ich finde, sie hat einfach nicht mehr die Relevanz wie noch vor 10 Jahren. Die meisten meiner Kontakte verknüpfe ich direkt online bzw. über das Smartphone …

  22. Wir haben unsere Visitenkarten als selbstklebende Aufkleber gestaltet. So kann sich der Empfänger nsere Kontaktdaten beispielsweise ans Telefon oder in sein Notizbuch kleben. Wir hatten immer das Problem mit herausgefallenen oder sonst irgendwie verlorenen Karten. Das ist so gelöst und man ist stets präsent. Wird auch gerne angenommen.

  23. Super Tipps und Hinweise die mir auf jeden Fall bei der Gestaltung meiner Visitenkarten helfen werden. Toller Artikel! Danke dafür und weiter so….

  24. Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür. Und abgeschubberte Visitenkarten, womöglich noch mit hochgebogenen Kanten, weil sie zu lange im Portemonnaie waren, sind wirklich furchtbar! Die wandern als erstes ins Altpapier. Schöne, ordentliche Karten bewahre ich gern auf. Es gibt für wenig Geld Visitenkarten-Etuis aus Metall, die passen in jede Tasche und halten die Karten in Ordnung. Diese kleine Investition sollte man schon machen 🙂

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