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Gesetzliche Rente – Zahlen oder austreten

Immer wieder finde ich Fragen bezüglich der gesetzlichen Rentenversicherung und ob es sich als Selbstständiger rechnet, weiter in diesen Verein einzuzahlen.

Man sollte jedoch zwischen “Scheinselbstständigen” und Selbstständigen mit mehreren Auftraggebern unterscheiden. Nicht für alle lohnt es sich, aus der gesetzlichen Rentenversicherung auszutreten und der Schritt sollte sehr überlegt sein.

Man sollte sich grundsätzlich Gedanken machen über die Zukunft machen. Entweder sorgt man selber vor oder bleibt in der gesetzlichen Rentenkasse. Dann zahlt man vielleicht viel Geld ein und bekommt am Ende nur einen kleinen Bruchteil wieder.

Gesetzlich oder Privat absichern

Gesetzliche oder private Rente als Selbstständiger? Wenn ich die gesetzliche Rentenleistung von einigen älteren Bekannten sehe, wird mir ganz flau im Magen. Da stellt sich früher oder später die Frage nach Alternativen. Um eine private Rente kommt man nach Einschätzung der Politik und einigen wichtigen Wirtschaftlern sowieso nicht mehr herum. Warum sollten sonst Zusatzversicherungen wie Riester- oder Rürup Rente eingeführt worden sein.

Oben habe ich zwar “scheinselbstständige” geschrieben, jedoch sind damit die Selbstständigen gemeint, die nur für einen Auftraggeber arbeiten. Gerade im Vertrieb ist es Gang und Gebe, dass man nur für eine Gesellschaft vermitteln kann bzw. darf.

Wer in diese Gattung fällt, kann sich von der gesetzlichen Rentenversicherung für 3 Jahre befreien lassen. Nach den 3 Jahren, muss man entweder selber in die Rentenkasse einzahlen oder man beschäftigt eine bzw. mehrere Personen und zahlt für diese dann in die Rentenkasse ein.

Direkter Vergleich

Der direkte Vergleich von gesetzlicher und privater Absicherung macht die drastischen Unterschiede und, vor allem welche Leistungen es später gibt, deutlich. In dem mir vorliegendem Heft der DRV “Freiwillig rentenversichert: Ihre Vorteil” ist ein klasse Rechenbeispiel, welches ich mal als Vergleich genutzt habe.

Der Mindestbeitrag für 2010 beträgt 79,60 Euro, das wären 955,20 Euro im Jahr. Gleichzeitig erhält man 4,08 Euro Rentenanspruch. Ist doch der Knaller, man bräuchte nur 19,5 Jahre, bis das Geld in der Rente wieder auf das eigene Konto gelangen würde. Da ich noch gut 35 Jahre einzahlen müsste, wären das 33.432 Euro und meine gesetzlich Rente würde sich dann auf 142,80 Euro* erhöhen.

Die gleiche Zahlung mache ich, inklusive einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die jeder nach 1961 Geborene, sowieso abschließen sollte, da es vom Staat nichts bzw. nur noch teilweise etwas gibt. Ohne irgendwelche Zusätze würde ich 354,00 Euro* bekommen, bei 4 Prozent Verzinsung. Mehr als das Doppelte. Bei dem Einschluss von 800 Euro Berufsunfähigkeitsabsicherung, würde ich immerhin noch 185,00 Euro* monatlich bekommen, wenn ich in Rente gehe.

*(KEINE ERHÖHUNGEN, KEINE INFLATION mit einberechnet)

Richtige Mischung

Als Selbstständiger sollte man sich über die Finanzen und Vorsorge immer informieren und sich auch beraten lassen. Es gibt einige Alternativen, die in der Selbstständigkeit genutzt werden können. So bieten sich bei der Altersvorsorge einige Bausteine an. Da wären die Rürup-Rente oder Riester-Rente. In manchen Fällen ist sogar eine Riester-Förderung möglich. Hinzu kommt noch eine Berufsunfähigkeits-, eine Unfall- und eine Todesfallversicherung. Die Liste kann auch noch wesentlich länger sein, doch diese Absicherungen sollten, nein müssen sogar sein.

3 comments

  1. Wer sich als Selbständiger für eine private Rentenversicherung interessiert, dem kann ich nur (Linkspam mag ich nicht) empfehlen. Da gibt es kostenlose Vergleichsrechner, mit denen man individuell die beste Versicherung für sich persönlich herausfinden kann. Man ahnt oft gar nicht, was es da so für Spannen bei den einzelnen Versicherern gibt, wenn man die Auszahlung am Ende betrachtet.

  2. Ich bin seit Januar selbständig und derzeit auch nach der Suche nach einer optimalen Altersvorsorge – und hierbei auf dieser Website gelandet. Der direkte Vergleich zeigt es auf: wer weiter in der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt setzt auf ein „lahmendes Pferd“.

    Ich habe nun diverse Infos angefordert und hoffe, dass mir in den nächsten Wochen nicht die Vertreter die Haustüre einrennen.

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