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Limited-Gründung: Lasst euch nicht auf solche Methoden ein

Die Limited erscheint vielen von euch sicher als ideale Lösung, um kostengünstig eine eigene Firma zu gründen. Das ist auch grundsätzlich richtig. Doch, wie ihr schon im letzten Teil unserer kleinen Serie zum Thema lesen konntet, sind die Agenturen für die Limited oftmals nicht die beste Wahl. Damit ihr schwarze Schafe am Markt erkennen könnt, wollen wir euch auch heute ein paar wichtige Hinweise mit auf den Weg geben, die ihr unbedingt beachten solltet, bevor ihr eure Entscheidung trefft.

Der Authentication Code für die Limited

Wenn ihr eine Limited (kurz: LTD) anmeldet, geschieht dies automatisch beim Companies House. Diese Stelle vergibt für euer Unternehmen einen Authentication Code, der einmalig ist. Mit Hilfe des Codes könnt ihr online wichtige Punkte in eurem Unternehmen ändern, wie den Einsatz eines anderen Direktors oder das registrierte Büro und die zugehörige Adresse.

Viele der Gründungsagenturen für die englische Limited werden euch diesen Code nicht aushändigen. Als Grund geben sie häufig an, dass gesetzliche Vorschriften der Herausgabe im Wege stünden. Das ist aber schlicht und ergreifend falsch, denn die Firma gehört euch und damit auch der Code. Wenn ihr also auf eine Agentur trefft, die euch den Authentification Code nicht automatisch überlässt, lasst lieber die Finger davon.

Limited ist häufig Briefkasten-Firma

Ebenfalls bieten euch die meisten Limited-Agenturen als registrierte Büro-Adresse lediglich die Anschrift eines Mail Box Etc. Ladengeschäfts an. So findet sich in der Filiale 95 Wilton Road in London mehr als zehntausend unterschiedliche Firmen. Auch im Industriegebiet von Wimbledon werden die Mail Boxes zahlreicher Firmen angemeldet.

Dass dies nicht gerade seriös für eure Kunden erscheint, versteht sich von selbst. Deshalb solltet ihr bei der Limited-Gründung auf eine echte Büro-Adresse mit echten Mitarbeitern achten und euch nicht nur mit einer Mail Box Adresse abspeisen lassen.

Service der Limited-Agenturen

Achtet bei der Wahl einer Limited-Agentur auch auf den Service. Ihr gründet mit der Limited schließlich eine Gesellschaft, die ihren Hauptsitz im Ausland hat. Dadurch müsst ihr auch stets mit Post von den vor Ort ansässigen Behörden rechnen. Die meisten Limited-Agenturen leiten diese Briefe gar nicht an euch weiter, was bei vielen bedeutungslosen Zustellungen nicht weiter tragisch ist.

Will eine Behörde aber wirklich etwas mit euch klären, müsst ihr die Schriftstücke vorliegen haben. Die Weiterleitung per E-Mail oder Post kostet dabei nicht selten 20 Euro pro Schriftstück. Doch damit alleine ist euch noch nicht weiter geholfen. Ihr müsst auch wissen, worum es in dem Schreiben geht und was ihr weiterhin tun müsst. Wollt ihr die Schreiben von der Agentur bearbeiten lassen, müsst ihr oftmals mit weiteren Kosten rechnen, vielfach weiß die Agentur aber auch gar nicht, wie in dem konkreten Fall zu verfahren ist.

Eine seriöse LTD-Agentur dagegen wird es gar nicht erst so weit kommen lassen. Unaufgefordert schickt sie euch alle Unterlagen zu, bearbeitet diese gleichfalls, wo es notwendig ist. Die Kosten dafür sind meist auch schon im Paketpreis mit enthalten.

Das Schlimmste bei den schwarzen Schafen unter den Gründungsagenturen ist allerdings, dass sie vielfach nur Aushilfen beschäftigen, die bei fachlichen Fragen die Standardantwort „Keine Ahnung“ parat haben. Deshalb solltet ihr auf versierte Mitarbeiter und entsprechende Erfahrungswerte eurer ganz persönlichen Gründungsagentur achten. Nur so könnt ihr mit der Limited erfolgreich arbeiten und habt auch stets einen erfahrenen Ansprechpartner parat.

Der vermehrte Service kostet natürlich, doch das sollte euch euer Unternehmen allemal wert sein. Im Endeffekt ist der Service nämlich günstiger, als dass ihr mit unerfahrenen Agenturen arbeitet, die euch nicht weiter helfen können und ihr müsst noch zusätzliche Kosten für einen Anwalt aufbringen.

 

© drizzd – Fotolia.com

2 comments

  1. Einen für manchen sicher wertvollen Hinweis möchte ich, wenn auch nicht ganz uneigennützig, zum Thema Limited gerne loswerden. Es gibt durchaus Alternativen zur Gründung einer UK-Limited. Insbesondere die Gesellschaftsform der US-Corporation (US-AG) bietet gegenüber der UK-Limited eine Reihe interessanter Vorteile und sollte deshalb in die Entscheidung nach einer geeigneten Auslands-Rechtsform berücksichtigt werden.
    Eine kurze Auflistung:
    Absolute Haftungsbegrenzung, kein Stammkapital erforderlich, Anoymität der Handelnden und Besitzer, weltweite Handlungsfähigkeit und guter Ruf der Unternehmensform, Einwanderung in USA wird möglich, geringe Kosten bei Errichtung und Unterhalt
    Mehr Infos zum Thema bei uns (www.usainc.de) oder natürlich auch bei Google… 😉
    Aktuelle News zum Thema US-Firmengründung auch bei uns im Blog.

  2. @ Dirk wenn du willst, dass das Finanzamt deiner Kunden deine Rechnungen akzeptiert, dann sollten diese nicht aus Steueroasen stammen. Wer innerhalb der EU mit niedrigen Steuern agieren will, ist in Ländern wie Irland (12,5%) oder Malta (5% effektiv) gut aufgehoben und Rechnungen werden aus EU-Mitgliedstaaten anstandslos akzeptiert.

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