Der „Personal Fitness-Coach“ oder einfach nur Fitness-Trainer ist ein Dienstleister, der nicht nur bei Stars und Sternchen in den USA immer beliebter wird. Auch hierzulande nehmen mehr und mehr Menschen solche Dienste an. Der Grund ist einfach: Fitness-Center haben meistens zwar lange Öffnungszeiten, der innere Schweinehund schiebt aber immer wieder etwas dazwischen. Das gilt auch für Jogging oder andere Aktivitäten. Ein Teil der Menschen, die fit bleiben möchten oder Sport treiben müssen um abzunehmen, ist mitunter für eine Anleitung und feste Termine dankbar.

Die Chance: Vor diesem Hintergrund ist für ausgebildete Physiotherapeuten oder erfahrene Sportler, Trainer und Fitness-Coaches eine individuelle Betreuung mit einem gezielt auf die Person abgestimmtem Fitnessplan ein möglicher Weg, sich selbstständig zu machen. Voraussetzung ist in erster Linie eine fundierte Erfahrung in dem Bereich, die über das Wissen der sportlichen Aspekte hinausgeht und möglichst Ernährungsfragen und Funktionen des Herz-Kreislauf-Systems sowie des Skeletts und der Muskulatur einschließt. Auf dieser Grundlage haben die Kundenakquise und letztlich der das Angebot selbst eine Chance.
So kann es gehen: Das Angebot funktioniert dann, wenn den Menschen wirklich geholfen werden kann. Das heißt, die Anleitungen müssen kompetent, freundlich und dennoch nachdrücklich sein. Die gewählten Übungen oder Trainingseinheiten müssen vom Kunden geschafft werden können, Ausdauer oder Muskulatur gut belasten, aber nicht überlasten, und nach Möglichkeit nicht nur einen Trainingseffekt, sondern auch eine Gewichtsreduktion mit sich bringen. Dazu ist viel Erfahrung notwendig. Diese Erfahrung kann nicht in einem Crashkurs gesammelt werden, sie muss vorhanden sein. Aber wenn sie da ist, ist das eine solide Grundlage, um daraus Angebote für Einzel- oder auch Gruppentraining zu gestalten.
Hinzu kommt der administrative Teil. Neben Buchhaltung muss der Fitness-Trainer vor allem Akquise beherrschen, denn gerade am Anfang muss er um jeden Kunden kämpfen. Ideal ist es, sich auf einen oder mehrere bestimmte Bereiche wie Gewichtsreduktion, Laufgruppen, Fitness für Frauen usw. zu spezialisieren.
Das Problem: Akquise ist in den ersten Monaten das Hauptproblem für Fitness-Trainer, die sich selbstständig machen. Kunden gewinnt man nicht auf der Straße. Irgendwann spricht sich das Angebot herum. Doch zuvor muss ein kleines Marketingkonzept entwickelt werden, um an Kunden zu kommen.
Ein zweites Problem sind Geräte. Auch bei gutem Laufwetter sind die Möglichkeiten in der freien Natur bald erschöpft. Irgendwann müssen auch Muskeln trainiert werden, um ein ganzheitliches Trainingskonzept umsetzen zu können. Nur sind eigene Geräte sehr teuer.
Die Lösung: Die Akquise muss breit angelegt sein. Die klassische Lösung sind Flyer, Kleinanzeigen oder ein Erfolgsbericht in der Lokalzeitung. Darüber hinaus besteht vielleicht die Möglichkeit, mit Arztpraxen, Apotheken, kleinen Geschäften oder sogar Arbeitgebern eine Kooperation einzugehen. Zumindest ist es denkbar, dass über solche Partner Informationen verteilt werden können.
Das Problem der Geräte ist schwierig zu lösen. Einige Vereine haben einen kleinen Fitnessbereich, den Sie auch gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Die Einrichtung eines kleinen Übungskellers in geeignetem Umfeld ist ebenfalls möglich, aber finanziell schlägt das große Löcher ins Budget, da ein, zwei Geräte nicht ausreichen. Eine Lösung könnte eine Kooperation mit einem Fitnesscenter sein. Hier ist allerdings behutsam vorzugehen, um dem Betreiber klarzumachen, dass er zahlende Kunden gewinnt, ohne ein Abwerben befürchten zu müssen. Wenn beide Seiten sich fair verhalten ist es eine Win-Win-Situation.
Investition: Die größte Investition ist eine fundierte Ausbildung. Fitness-Trainer sollte nur jemand werden, der seinen Job versteht und diesen auf eine fachlich qualifizierte Basis stellen kann. Darüber hinaus ist es erforderlich, auch selbst über eine entsprechende Fitness und nach Möglichkeit Sportausrüstung zu verfügen. Geräte sind nur in Ausnahmen notwendig. Der Schwierigkeit der Kundenakquise steht eine geringe monetäre Startinvestition gegenüber.
Der Preis: Preise für eine Stunde Fitnessbetreuung müssen individuell den Marktpreisen angepasst werden. Da aber zu einer persönlichen Betreuung auch ein Fitnessplan gehört und Kosten wie für Gerätebenutzung einfließen, sollte als Grundlage ein Vertrag abgeschlossen werden, der für beide Seiten faire, aber für den Fitness-Trainer auch gewinnbringende Preise und Laufzeiten – eventuell nach dem Baukastenprinzip – beinhaltet.
Fazit: Sich als Fitness-Trainer selbstständig zu machen, erfordert eine entsprechende Qualifikation. Wer den Sprung in die Selbstständigkeit wagt, sollte in den ersten Monaten viel Arbeit zur Kundengewinnung einkalkulieren. Denn der Bedarf an einer individuellen Anleitung ist durchaus vorhanden, muss aber auch gezielt auf das Angebot stoßen.
Wichtig ist es, sich von Fitness-Centern abzugrenzen und aus der individuellen Betreuung Kapital zu schlagen. Das Risiko ist trotz einer schwierigen Startphase gering, denn wenn das Vorhaben scheitert, ist als Investition nur wenig Geld verloren. Dafür besteht aber bei Vereinen, Fitness-Centern oder Reha-Einrichtungen immer wieder Bedarf an Fitness-Trainern. Dort ist sehr häufig ein Honorarvertrag möglich, mit dem sogar die eigene Selbstständigkeit gestützt werden kann.
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