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Das richtige Franchise-System finden

Von Michael August 16, 2011 Kommentare deaktiviert

Franchising bietet viele große Vorteile. Die Chance, sich erfolgreich selbstständig zu machen, ist mit einem starken Partner im Rücken häufig sehr viel größer, als bei einem eigenen Konzept. Doch vor dem Start kommt die Frage: Wie und wo findet man den richtigen Franchisingpartner?

Zunächst einmal gilt es, sich einen Überblick zu verschaffen. Denn es gibt weit über 800 verschiedene Franchise-Systeme, die in Deutschland angeboten werden. Einen ersten Überblick bieten verschiedene Webseiten zum Thema, die meistens einen großen Teil der angebotenen Systeme relativ ausführlich vorstellen. Besonders vorteilhaft ist, dass es direkte Links zu den Webseiten der Anbieter gibt oder eine Kontaktmöglichkeit genannt wird. Doch mit dem bloßen Finden einer solchen Angebotsübersicht ist es noch lange nicht getan.

Franchise System

Fachkenntnisse spielen eine wichtige Rolle

Bei der Wahl eines geeigneten Franchise-Systems müssen eine ganze Reihe von wichtigen Punkten beachtet werden. Einfach aus einer Liste ein sympathisches oder lukrativ erscheinendes Angebot zu wählen, reicht nicht aus. Als Beispiel: Es gibt Franchising für Lackreparaturen und Autoscheibenersatz. Es ist auf dem ersten Blick offensichtlich, dass ein solches Franchising nur für zu gründende oder bestehende Kfz-Werkstätten geeignet ist. Das Thema Fachkenntnisse und Qualifikation spielt also eine wesentliche Rolle bei der Wahl eines Franchise-Systems.

Andere Systeme sind offener gestaltet. Prinzipiell kann jeder ein Schnellrestaurant oder ein Geschäft eröffnen, wenn er sich in die Arbeit kniet und Buchhaltung lernt. Zwar sind auch hier gelernte Groß- und Einzelhandels-kaufleute im Vorteil, aber anders als bei Handwerksberufen oder benötigten Studienabschlüssen sind solche Qualifikationsdefizite im Extremfall sogar autodidaktisch oder durch die angebotenen Schulungen der Franchisegeber zumindest in Grundzügen auszugleichen. Wie aber bei einem Kunden eine Fensterscheibe oder eine Tür eingebaut wird, sollte der Franchisenehmer schon vorher im Schlaf beherrschen. Da hilft eine kurze Schulung nicht weiter, das muss gelernt sein.

Ist vor dem Hintergrund der Qualifikation eine grobe Auswahl getroffen, gilt es die Franchise-Systeme auf Herz und Nieren zu prüfen. Zunächst muss der Franchisenehmer sich fragen, ob er voll und ganz hinter dem System und dem Unternehmen steht, mit dem er in die Selbstständigkeit starten möchte. Ist dies der Fall, sollten die Eckpunkte abgeklopft werden: Startkapital, Vertragsbedingungen, Franchise-Gebühren und nicht zuletzt die Frage nach der Erfahrung des Franchisegebers. Ist dieser beispielsweise selbst noch nicht lange am Markt, ist eine Einschätzung schwieriger als bei einem erfahrenen Franchise-Geber.

Besonders die zu klärenden Details sind aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Es empfiehlt sich vor einer solchen Investition in die eigene Selbstständigkeit auf jeden Fall, einen Unternehmensberater um Rat zu fragen. Denn manchmal überlagert der Enthusiasmus des Gründers mehr oder weniger offenkundige Knackpunkte im Gesamtpaket, die zu Problemen führen können. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Frage nach dem richtigen Franchise-System ist die Förderung durch Kreditinstitute.

Überzeugt das Franchising wirtschaftlich nicht, wird es schwer, eine Unterstützung durch Kredite oder Förderungen zu bekommen. Da die Franchise-Partner stets einen Wirtschaftsplan vorlegen können sollten, ist eine Überprüfung der Zahlenwerke sowie vor allem ein Übertragen auf die eigene individuelle Situation und die Lage vor Ort dringend anzuraten. Meistens geht es um eine größere Investition, die gestemmt werden muss. Da sollte ein kleinerer Betrag für das Einholen eines fachlichen Rats ebenfalls bezahlt werden.

Wenn das Unternehmen, die Idee, die Qualifikationen und die Vertragsdaten passen, ist aber immer noch eins wichtig: Passen Franchise-Geber und Gründer menschlich zusammen oder müssen Einstellungs- oder Persönlichkeitsunterschiede überbrückt werden. Da Franchising auf eine enge Zusammenarbeit beruht, sollte auch die persönliche Ebene stimmen.

Kheng Guan Toh – Fotolia.com

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